CSR – Corporate Social Responsibility ist ein immer wichtiges Thema geworden in den letzten Jahren, besonders für Weltkonzerne wie Nestlé und Chiquita. Doch soziale Verantwortung zu übernehmen für Umwelt, Mensch und Tier klingt auf dem Papier sehr schön doch in der Realtität sehen die so hoch angeprießenen CSR Maßnahmen der Konzerne nicht wirklich gut aus. Einige Vorwüfe gegen Nestlé und Chiquita sind:
Vorwürfe gegen Nestlé:
Verwendung gentechnisch veränderter Zutaten
Der Lebensmittelkonzern Nestlé geriet in die Kritik, weil der Konzern gentechnisch veränderter Zutaten verwendete. Nach heftigen Protesten von der Umweltschutzorganisation Greenpeace und der Bevölkerung wurde das Produkt „Butterfinder“ ein Schokoriegel mit gentechnisch veränderten Bestandteilen, deswegen 1996 wieder vom deutschen Markt genommen. Nestlé verwendet nach eigenen Angaben heute keine genetisch veränderten Rohstoffe mehr, jedoch nur auf den europäischen Markt. Die Unternehmensgruppe Theo Müller die unter Lizenz für Nestlé Michprodukte herstellen, verwenden zum Teil Milch von Kühen die genetisch verändertes Futter erhalten (vgl. http://www.nestle.de/Gemeinsame-Wertschoepfung/Grundsaetze/Gentechnik/Pages/default.aspx [22.05.2011]).
Kinderarbeit
In der Elfenbeinküste das bedeutendsten Exportland für Kakao werden laut Menschenrechtsorganisationen etwa 12.000 Kinder als Sklaven auf Kakaoplantagen eingesetzt. Dem Unternehmen Nestlé und auch anderen kakaoverarbeitenden Unternehmen wurde vorgeworfen, zu wenig zur Verbesserung dieser Zustände zu unternehmen. Die ARD Reportage „Schmutzige Schokolade“ berichtete, dass große Weltkonzerne wie etwa Nestlé, Mars Inc. Und Kraft Foods die Kindersklaverei zumindest dulden (vgl. http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=5555724 [22.05.2011]). Aufgrund heftiger Proteste reagierten diese Unternehmen und gründeten die International Cocoa Initiative. Diese Organisation soll gegen die Kinderarbeit und Zwangsarbeit im Kakaoanbau vorgehen. Nestlé stellt in Großbritannien das Produkt Kitkat vollständig aus Kakao aus fairem Handel her, dies aber auch nur wegen den massiven Verbraucherprotesten (vgl. http://www.utopia.de/magazin/unternehmen-greenpeace-vs-nestle-erfolgreiche-anti-kitkat-kampagne-video-schokoriegel?all [22.5.2011]).
Unfairer Handel
Nestlé reagierte auf die Kritik von Oxfam und weiteren Organisationen, zu wenig für die Existenzsicherung von Kaffeebauern in Entwicklungsländern zu unternehmen darauf, dass sie im Jahre 2005 Fair-Trade-zertifizierten Kaffee in Großbritannien und Irland einführte (vgl. http://www.oxfam.de/sites/www.oxfam.de/files/20070919_istdiekaffeekrisenunvorueber_5260kb.pdf [22.05.2011]). Des weiteren verlangte Nestlé im November 2002 von Äthiopien, eines der ärmsten Länder der Welt, in dem Land hungern über elf Millionen Menschen, für ein Unternehmen das zuvor verstaatlicht wurde, einen Entschädigung von sechs Millionen Dollar. Erst nach heftigen Konsumentenprotesten reduzierte Nestlé die Forderung auf 1,5 Millionen Dollar, die für die Hungerbekämpfung gespendet werden sollten. (vgl. Werner / Weiss 2003: S 341).
Rodung von Regenwald zur Palmölproduktion für Schokoriegel
Im Jahre 2010 machte Geenpeace öffentlich, dass Nestlé einen Teil seines Palmöls, das zur Herstellung von Schokoriegeln und Keksen verwendet wird, von der Sinar Mas Group bezieht. Die Sinar Mas Group rodet entgegen den Internationen und indonesischen Recht große Flächen des indonesischen Regenwaldes für den Anbau von Ölpalmen und zerstöre damit den Lebensraum von Orang Utans. Greenpeace startete eine große Protestaktion gegen das Unternehmen Nestlé mit Demonstrationen und eindringlichen Plakaten, Videos und Fotos (vgl. http://www.absatzwirtschaft.de/content/communication/news/ein-weltkonzern-scheitert-an-social-media;70121 [22.05.2011]). Nestlé reagierte darauf und kündigte an die Zusammenarbeit mir der Sinar Mas Group zu beenden. Jedoch bezieht Nestlé weiterhin indirekt Palmöl über das Handelsunternehmen Cagill, das das Palmöl wiederrum von der Sinar Mas Group erhält. Aufgrund weiterer Proteste, teilte Nestlé im Mai 2010 mit, dass sie einen Allinace mit the Forest Trust eingegangen sind. Demnach sollten beim Einkauf von Palmöl strenge Sozial- und Umweltstandards eingehalten werden, danach auch bei Zellstoff und Papier (vgl. http://bazonline.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Greenpeace-wirft-Nestl-Augenwischerei-vor/story/26529414 [22.05.2011]).
Vermarktung von Säuglingsnahrung in Entwicklungsländern
In den 1970er und 1980er Jahren wurden Nestlé und andere Unternehmen für ihre Vermarktung von Säuglingsnahrung in Entwicklungsländern heftig kritisiert. Die Aktionsgruppe Babymilchaktion rief zum Boykott des Unternehmens auf (vgl. www.babynahrung.org [17.05.2011]).
Auf der Homepage der von Babynahrung.org kann man die Vorwürfe gegen das Unternehmen nachlesen. „Die aktuellen Verstöße von Nestlé gegen den Internationalen Kodex im Berichtszeitraum 2000/2001 (Recherche durch das International Baby Food Action Network IBFAN). In allen untersuchten Ländern wurden Verstöße von Nestlé berichtet. Das Unternehmen platziert Werbematerial in Gesundheitseinrichtungen und verteilt Gratisproben an Mütter und Gesundheitspersonal, weiteres werden Geschenke an das Gesundheitspersonal gemacht. Es wird von direktem Kontakt von Firmenpersonal zu Schwangeren oder Müttern berichtet und Nestlé liefert kostenlos oder verbilligt an Gesundheitseinrichtungen. Damit die Säuglinge schon von Anfang an, an die Nestlé Produkte gewöhnt werden.“ (http://www.babynahrung.org/warum_boykott.html [17.05.2011])
Das Unternehmen Nestlé fällt weiteres dadurch auf, dass „in neun von 14 Ländern keine oder unzureichende Etikettierung der Säuglingsnahrung in der jeweiligen Landessprache resp. andere Verstöße gegen die Etikettierungsvorschriften. In Deutschland gibt es für den Boykott von Nestle schon rund 170 Unterstützergruppen und von mehr als 10.000 Menschen aktiv getragen; weltweit läuft der Boykott in 20 Ländern, erstmals auch in einem afrikanischen Land.“ (http://www.babynahrung.org/warum_boykott.html [17.05.2011])
Nun versucht Nestle natürlich durch CSR-Maßnahmen ihr Image wieder herzustellen. Nestle stellt im Falle von Umweltkatastrophen Este-Hilfe Pakete zur Verfügung oder unterstützt das Rote Kreuz in Afrika im Kampf gegen HIV und Aids (vgl. http://www.nestle.com/Common/NestleDocuments/Documents/Reports/CSV%20reports/Specific%20regions/Commitment_Africa_2004_Summary_German.pdf [17.05.2011]). Es sollte aber nicht nur am Image von Nestlé gearbeitet werden, sondern vor allem an den Auftritten des Verwaltungsratchefs Peter Brabeck-Letmathe. Denn sein Auftritt im Film „We feed the world“ war sicherlich nicht sehr hilfreich für ein gutes Image und dann fragt man sich auch ob die Firmengrundsätze oder CSR-Maßnahmen von Nestlé wirklich ernst gemeint sind, oder CSR für Nestle nur ein Marketing Gag ist.
Die zehn Grundsätze der Geschäftsführung von Nestlé
1 Nutrition, Gesundheit und Wellness
2 Qualitätssicherung und Produktsicherheit
3 Konsumentenkommunikation
4 Menschenrechte in unseren Geschäftsaktivitäten
5 Führung und persönliche Verantwortung
6 Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz
7 Lieferanten- und Kundenbeziehungen
8 Landwirtschaft und ländliche Entwicklung
9 Ökologische Nachhaltigkeit
10 Wasser
(http://www.nestle.com/Common/NestleDocuments/Documents/Library/Documents/Corporate_Governance/Corporate_Business_Principles_DE.pdf, [17.05.2011])
Ob diese Grundsätze auch wirklich ernst genommen werden, darf bezweifelt werden. Denn in den Firmengrundsätzen steht unter Umweltschutz ökologische Nachhaltigkeit und Wasser. Der genaue Wortlaut in den Firmengrundsätzen ist: „Für Nestlé als führendes Unternehmen im Lebensmittel- und Getränkebereich ist Wasser ein Anliegen von höchster Priorität für die Herstellung ihrer Nahrungsmittel, für deren Zubereitung durch die Konsumenten und für die Verwendung als abgefülltes Wasser. Um ihren Beitrag für eine langfristig ausgerichtete, ausreichende und qualitativ einwandfreie globale Wasserversorgung sicherzustellen, unterstützt Nestlé die nachhaltige Nutzung von Wasser, kontrolliert streng dessen Anwendung in all ihren Aktivitäten und strebt nach einer ständigen Verbesserung beim Umgang mit den Wasservorräten.“ (http://www.nestle.at/Creating+Shared+Value/default.htm, [24.7.2011])
Diese Grundsätze klingen sehr gut. Doch wahrscheinlich wissen die Firmenverantwortlichen nicht genau was in den Grundsätzen steht. Denn Peter Braeck-Lemathe kommunizierte etwas ganz anders. Im Film „We feed the world“ sagte Peter Brabeck-Lemathe ausdrücklich das Bio-Produkte schlecht sind und das Wasser privatisiert werden soll. Er findet es ist eine radikale Haltung der NGOs, dass jeder Mensch ein Recht auf Wasser hat (vgl. http://www.youtube.com/watch?v=jYMQ1dgPXLE [17.05.2011]).
Angesichts dieser Aussagen wird der Verdacht laut, dass die so angepriesenen CSR-Maßnahmen von Nestlé nur zur Image Verbesserung dienen und keinen nachhaltig ernstgemeinten Charakter besitzen.
Chiquita
Wenn man an die Werbung und PR-Kampagnen von Chiquita denkt, könnte man wirklich glauben dieses Unternehmen setzt sich wirklich für die Erhaltung des Regenwaldes, Fair Trade und vieles mehr ein. Auch in vielen CSR-Büchern findet man das Unternehmen Chiquita oft unter den Best Practice Beispielen von guter CSR. Doch die Wirklichkeit sieht leider anders aus.
Das Unternehmen Chiquita ist Vorreiter einer strategischen CSR. Möglicherweise aber wäre CSR im Unternehmen nicht so wichtig geworden, wenn es bei Chiquita nicht einiges an negativem Image aufzuarbeiten gegeben hätte (vgl. Friesl 2008: S 124). „Bei Chiquita gab es klare Anlässe für den Start des CSR-Engagements: Die Begegnung mit dem „Bunten Kreis“, der Sudan-Konflikt, die Initiative der „Rainforst Alliance“. Alle drei Impulse kamen von außen und machten das Unternehmen auf seinen Schnittstellen zur Gesellschaft aufmerksam. Die Folge war jeweils eine intensive Auseinandersetzung mit diesen Berührungspunkten und unternehmensinterne Konsequenzen.“ (Friesl 2008: S 125)
Das Unternehmen Chiquita ist wie Nestlé ein sehr gutes Beispiel für Widersprüchliche CSR Maßnahmen. Chiquita versucht durch Werbekampagnen wie etwa durch die „Rainforest Alliance“ oder mit dem grünen Frosch für die Aufforstung und den Schutz des Regenwaldes zu werben. Weiteres wird Chiquita immer wieder mit Fair Trade in Verbindung gebracht. Doch Chiquita Bananen werden nicht fair gehandelt. Das Unternehmen Chiquita ist kein Partner von Fair Trade. Ein Artikel auf der Homepage von Fair Trade Austria, vom 21.10.2002 besagt, dass „der Kauf von Chiquita-Bananen hat nicht das Geringste mit Fair Trade zu tun.“ (http://www.fairtrade.at/presse/pressemitteilung/browse/1/article/richtigstellung-chiquita-bananen-werden-nicht-fair-gehandelt.html?tx_ttnews[pS]=1303396569&tx_ttnews[backPid]=1234&cHash=363a8ac4b81c52626965bbf631df0c7e&mcnts=05c51071d054db71fa35297332016d83 [20.05.2011])
Der Geschäftsführer von Trans Fair Österreich Leon Lenhart, betont, dass das Unternehmen Chiquita nach wie vor nicht die Fair Trade Kriterien einhält. Unterstützt wird seine Aussagen vom Co-Autor des Buches „Schwarzbuch Markenfirmen“ Klaus Werner, er verurteilt die Kommunikationspolitik von Chiquita. Das Unternehmen versucht durch versprechen wie in soziale Hilfsprogramme und Umweltprojekte zu investieren nur ihr Image zu verbessern.
Gegen Chiquita gibt es enorme Vorwürfe. Die Autoren des Buches Schwarzbuch Markenfirmen werfen den Unternehmen Kinderarbeit, sexuelle Belästigung, Ausbeutung in Bananenplantagen und Einsatz von gefährlichen Pflanzenschutzmitteln vor. (vgl. Werner, Weiss, 2004: S 288) Doch der schlimmste Vorwurf ist „Chiquita hat Terrorgruppen bezahlt“ (http://www.welt.de/wirtschaft/article1197538/Chiquita_gibt_Zahlungen_an_Terroristen_zu.html, [25.7.2011])
Vorwürfe gegen Chiquita
Kinderarbeit
„Im April 2002 publizierte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch einen Studie, der zufolge in Ecuador die Bananenkonzerne „Chiquita, Del Monte, Dole (..) von Plantagen versorgt wurden, auf denen Kinder arbeiten. Dafür erhielten die Kinder, die zum Teil erst acht bis 13 Jahre alt waren, einen Durchschnittslohn von 3,50 Euro am Tag, das sind nur 60 Prozent des gesetzlichen Mindestlohns. Sie waren giftigen Pestiziden ausgesetzt, mussten mit scharfen Messern und Macheten arbeiten, schwere Lasten tragen, tranken verschmutztes Wasser und wurden zum Teil sexuell missbraucht. 90 Prozent der Kinder erzählten, dass sie sogar arbeiten mussten, während giftige Pilzbekämpfungsmittel von Flugzeugen über die Plantagen versprüht wurden.“(Werner, Weiss, 2004: S 289)
Schwere Vergiftungen
„Eine Folge des monokulturellen Anbaus in Lateinamerika ist der massive Einsatz von Pflanzengiften. Auf costaricanischen Bananenplantagen werden Chemieprodukte verwendet, die in ihren Herkunftsländern verboten sind. Immer wieder kommt es zu tödlichen Vergiftungen. Allein im Jahr 1997 wurden laut der Tageszeitung „La Repùblica“ 827 Menschen durch Pestizide vergiftet. Darüber hinaus wurden in den letzten Jahrzehnten mehr als 10.000 Männer in Costa Rica durch den Kontakt mi dem Antiwurmmittel DBCP zeugungsunfähig.“( Werner, Weiss, 2004: S 289)
„So beute Chiquita nach wie vor PlantagenarbeiterInnen in Lateinamerika aus und weigere sich, existenzsichernde Löhne oder etwa Entschädigungen für schwerste Vergiftungen zu zahlen, die Zehntausende Männer, Frauen und Kinder durch den Einsatz verbotener Pflanzenschutzmittel erlitten haben.”( (http://www.fairtrade.at/presse/pressemitteilung/browse/1/article/richtigstellung-chiquita-bananen-werden-nicht-fair-gehandelt.html?tx_ttnews[pS]=1303396569&tx_ttnews[backPid]=1234&cHash=363a8ac4b81c52626965bbf631df0c7e&mcnts=05c51071d054db71fa35297332016d83 [20.05.2011])
Chiquita hat Terrorgruppen bezahlt
„Chiquita Brands International hat zugegeben, Schutzgelder an kolumbianische Paramilitärs bezahlt zu haben.“ Chiquita musste eine Strafe in der Höhe von 25 Millionen Dollar bezahlen. (http://derstandard.at/2805557, [24.7.2011]). Chiquita zahlte jahrelang Schutzgelder an das kolumbianische Paramilitär – sowohl an rechts- wie auch an linksgerichtete Rebellengruppen. Von 1997 bis 2004 soll Chiquita insgesamt 1,7 Millionen Dollar (1,3 Millionen Euro) zum Schutz seiner Bananenplantagen in Uraba und Santa Marta in Kolumbien gezahlt zu haben. Ranghohe Manager wussten von den Zahlungen und die Zahlungen wurden in den Bilanzen vertuscht. (vgl. http://www.welt.de/wirtschaft/article762119/Chiquita_soll_Terrorgruppen_bezahlt_haben.html, [24.7.2011]) „Verschiedene Bürgerrechtsbewegungen hatten den Konzern in den USA angeklagt, die rechtsgerichtete paramilitärische AUC unterstützt zu haben. Diese wiederum, eine der mächtigsten Gruppierungen im kolumbianischen Bürgerkrieg, hat sich des tausendfachen Mordes, der Folter und der Erpressung schuldig gemacht. Chiquita soll bezahlt haben, damit der Konzern die Kontrolle über die Anbauregionen in Kolumbien behalten habe. Da es den Straftatbestand der Komplizenschaft in Kolumbien nicht gibt, klagten die Organisationen in den Vereinigten Staaten. Von der Regierung dort waren die Vereinigten Selbstverteidigungskräfte von Kolumbien (AUC) als terroristische Vereinigung eingestuft worden“. (Schelling, http://www.welt.de/wirtschaft/article1197538/Chiquita_gibt_Zahlungen_an_Terroristen_zu.html, [25.7.2011])
Grünes Image
Auf der Homepage von Chiquita spielt das Unternehmen mit seiner sozialen Verantwortung, auf der Startseite wird man gleich von den prächtigen Fotos und vermeidlichen Öko-Aufmachung überwältigt. Ein kleiner Frosch mit der Tafel, „Unsere Verantwortung“ (www.chiquita.at [20.05.2011]) führt einen direkt zu der CSR-Seite des Unternehmens. Wieder mit eindrucksvollen Fotos bestückt, sieht man drei Kategorien „Unsere Verantwortung“, „Natur und Gemeinschaft“ und „Rainforest Alliance“. Hier wird wieder fleißig für die soziale Verantwortung von Chiquita geworben.
Unter dem Button „Rainforest Alliance“ findet man Themen wie Naturschutz und Aufforstung, Abfallwirtschaft, Wasser und Sozialverantwortung (vgl. http://www.chiquita.at/uploads/de/de/pdf/rainforest-alliance.pdf#nameddest=conservation, [18.05.2011]). Besonders interessant fand ich den Punkt Sozialverantwortung, hier wirbt Chiquita dafür, dass das Unternehmen nicht nur faire Löhne bezahlt, sie sorgen auch für das Bereitstellen von Schulen und für ärztliche Versorgung. Einige konkrete Beispiele für das soziale Engagement sind unter anderem. Wenn Familien auf der Bananenfarm leben, baut Chiquita direkt in der Nähe eine Grundschule. Die Arbeitnehmer der Firma sind sozialversichert und erhalten ärztliche Versorgung. Für Entwicklungsländer ist das recht außergewöhnlich (vgl. http://www.chiquita.at/uploads/de/de/pdf/rainforest-alliance.pdf#nameddest=conservation [18.05.2011]).
Doch ein weiterer Artikel auf der Fair Trade Austria Seite vom 13.10.2005 besagt genau das Gegenteil. Die oben erwähnten Punkte von Chiquita, sind anscheinend nur auf dem Papier gültig. Denn als irreführenden Marketing-Gag kritisiert die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 die Kennzeichnung aller Chiquita-Bananen mit dem “Rainforest Alliance”-Aufkleber. “Die Marketingaktion von Chiquita soll bei den Konsument/Innen den Eindruck erwecken, mit dem Kauf der Bananen ein umweltfreundliches Produkt zu erwerben. Dies ist jedoch nicht der Fall.“ kritisiert GLOBAL 2000-Regenwald-Sprecher Daniel Hausknost. Er sagt weiter “Chiquita hat seine Produktionsbedingungen von menschenunwürdig auf halbwegs erträglich korrigiert. Dies sollte jedoch der zu erwartende Mindeststandard sein und rechtfertigt kein überzogenes Eigenlob.” (http://www.fairtrade.at/presse/pressemitteilung/browse/1/article/global-2000-global-2000-kritisiert-chiquita-bananen-im-oeko-deckmaentelchen.html?tx_ttnews[pS]=1302927615&tx_ttnews[backPid]=1225&cHash=19a764c2c3af7cd7bd042e3a50106829&mcnts=bb67c98e7b51846266729b9304656460 [20.05.2011])
Das Unternehmen verwendet massiv Pestizide und Fungizide und nach wie vor werden nur die miserablen gesetzlichen Mindestlöhne ausbezahlt. Auch die „Rainforest Alliance“ ist nicht so ökologisch wie Chiquita es darstellt. Die US-amerikanische Nichtregierungsorganisation „Rainforest Alliance“, die auch mit den Lebensmittelkonzernen Kraft Foods und Nestlé zusammenarbeitet. Haben bei weitem nicht so viele Kriterien zu erfüllen wie etwa bei dem Label Fair Trade die Anforderungen der Organisation genügen weder den Anforderungen von Bioerzeugern noch denen des fairen Handels (vgl. Liebrich Url: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/verwirrende-biosiegel-chiquita-und-der-gruene-frosch-1.902266 [20.05.2011]). Also kann man bei Chiquita getrost behaupten, ihre CSR-Maßnahmen sind nur ein Marketing-Gag, das Unternehmen versucht durch vermeidlich tolle CSR-Maßnahmen die Kunden zu täuschen.